Pivo Deinert

... ist mit dem Song "Zwei Leben" im Finale 2025

Musiker Pivo Deinert vor einer grauen Wand

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Pivo Deinert

Songtitel:

Zwei Leben

Aktiv seit:

... den frühen 1980er Jahren

Musikrichtung:

Deutschrock

„Ich bin ein Berliner. Und ich habe einen Song geschrieben, bei dem Kölner anfangen zu weinen.“

Wenn Pivo sich was wünschen dürfte fürs Finale von Euer Song für Köln, dann wäre es ein Pianist, der ihn begleitet. Womöglich gewinnt Pivo das Publikum aber auch, wenn er einfach nur mit seinem ihm gegebenen Instrument, der Gitarre, auf die Bühne im Gloria kommt und sein Lied singt, das schon die Jury überzeugt hat: „Zwei Leben“. Denn ein guter Song funktioniert immer, Instrumentierung egal. Und es könnte doch sein, dass Pivo da einen wirklich guten Song geschrieben hat. Wer könnte sowas besser beurteilen als das Kölner Publikum, denn wo sonst werden soviele Lieder über eine Stadt geschrieben wie hier? Auf rund 500 Songs im Jahr lauten ungefähre Schätzungen im Jahr, allein für diesen Wettbewerb waren es wieder mehr als 100 Bewerber. Und das sind nur die, die in irgendeiner Form in Erscheinung treten. Die Dunkelziffer der völlig unbekannten Kölnsongs dürfte weitaus höher sein.

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Besetzung

Pivo Deinert, 55

Gesang, Gitarre

Köln braucht also, sollte man meinen, nicht unbedingt Hilfe von außen, um sich selbst zu besingen. Und schon gar nicht Hilfe von Leuten wie Pivo, die bis vor Kurzem gar nichts am Hut hatten mit dieser Stadt. Pivo ist ein echter West-Berliner, dort zum Gitarristen herangewachsen, der zwar selbst (noch) nicht die ganz großen Meriten einsammeln konnte, aber für zahllose Meritenträger tätig war - für Gregor Meyle zum Beispiel, Lou Bega, Orange Blue oder Wincent Weiss.

Wie kommt so einer dazu, ein Lied über Köln zu komponieren? Und dann auch noch so einen reinrassigen Lovesong? „Das war nicht geplant“, gibt Pivo zu. Der Job seiner Frau bringt es mit sich, dass auch sein Lebensmittelpunkt gelegentlich für ein paar Monate mal hierhin, mal dorthin verrutscht. „Ich hatte nie eine besondere Verbindung zu Köln. Dann kam der erste Karneval.“

Pivos Frau, ebenfalls gebürtige Berlinerin, schlug die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie so gar keinen Bock hatte auf das jecke Gedöns. Und auch Pivo war der Meinung, dass sein Leben bis dahin ganz wunderbar ohne Verkleidung funktioniert hatte. Einem Freund war‘s egal, er nahm die beiden mit, ungebremst mitten hinein in den Rosenmintagszug. Es folgte das erste Mitsingkonzert bei Björn Heuser, die Kneipen im Veedel ... „Und dann“, sagt Pivo, „haben wir uns verliebt.“

Zum ersten Mal hört er Lieder wie „In unserem Veedel“ oder „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss und Bands wie Miljö oder Querbeat. „Ich hab‘ gemerkt, wie toll das alles ist, dass die Zusammengehörigkeit in den Veedeln wirklich noch funktioniert.“ Mittlerweile kann er die meisten Klassiker mitsingen - „obwohl ich nach wie vor nicht alles verstehe, was ich da singe“.

Und so war‘s gar nicht mehr so weit bis zum ersten eigenen Lied für Köln. „Ich saß mal wieder im Galestro am Hauptbahnhof, kurz vor der Abfahrt nach Berlin, da flog mich die erste Zeile an: Der Dom wirft seinen Schatten auf meinen Kaffee ... Und ab da lief es relativ einfach.“ Sein Songscheiben beginnt meistens, wenn er gar nicht ans Songschreiben denkt. „Ich erzähle Geschichten aus meinem Leben.“ Und manchmal passiert‘s dann, dass Pivo mit einem Lied Menschen ins Herz trifft. So wie neulich im Senftöpfchen, als er als Gast bei einem Konzert von Pe Werner „Zwei Leben“ antestete und ihn danach eine Frau aus dem Publikum ansprach: „Hömma, ich hab‘ geweint!“

Es sind Erfahrungen wie diese, die Pivo ermutigen, es auf seine alten Tage – er ist ja immerhin schon 55 Jahre alt – nochmal wissen zu wollen. „Ich geh‘ all in. Ich will Deutschlands ältester Newcomer werden.“ Der Anfang ist gemacht. Und sollte in einer Karnevalsband kurz vor Sessionsstart ein Gitarrist ausfallen – Pivo, der neue alte Jeck, stünde parat. „Da hätte ich richtig Bock drauf.“